Wie alles begann

Geschichtlicher Hintergrund:

In Aufzeichnungen des Borromäusvereins Bonn wird Allagen erstmals im Jahr 1899 erwähnt.

Offenbar gab es Ende des 19. Jahrhunderts bereits eine örtliche Gruppierung des Borromäusvereins in Allagen. Zur Gründung wurden 24 Mitglieder gezählt. Mit der Vereinstätigkeit und den jährlich verzeichneten Mitgliedsbeiträgen konnten im Jahr 1909 390 Bücher angeschafft und 1500 Ausleihen registriert werden. Im Jahr 1932 waren es bereits 904 Bücher. 1958 gab es 2522 Bücher, die 4689 mal ausgeliehen wurden. Neben der Leiterin, Fräulein Elisabeth Schulte (*08.06.1902 - +06.06.1972) - Schneiderin von Beruf - wurden 1958 acht Hilfskräfte notiert. Der Verein bestand aus 198 Mitgliedern. Die Bücherei hatte sonntags nach der Nachmittagsandacht eine Stunde geöffnet. Es gab Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Franz-Josef Diemel erzählt, dass er regelmäßig von Niederbergheim nach Allagen gelaufen sei, um sich Bücher auszuleihen. In einer viertel Stunde habe er damals zehn Seiten gelesen. Rainer Kleeschulte berichtete, dass er gern mit einem Schmöker hinter der alten Linde gegenüber seinem Elternhaus gesessen habe. Zu Zeiten Fräulein Schultes gab es zum Namenstag des Hl. Borromäus im November eine Buchausstellung, die die Gemeindemitglieder gerne auch zum Bestellen erster Weihnachtsgeschenke nutzten. In den ersten Jahrzehnten befand sich die Bücherei in einem kleinen Raum in der alten Vikarie, später in der alten Schule gegenüber der Pfarrkirche. 1974 wurde die Schule abgerissen und sie kehrte wieder in die Vikarie zurück. Hier befand sie sich in zwei kleinen Räumen links im Erdgeschoss. "Es waren dunkle Räume, die Bücher standen in dunklen Regalen und wenn ich mittwochs Abends Dienst hatte, war es im Winter schon etwas unheimlich.", so berichtet Ingrid Müller, geb. Münstermann. Die Bücherei war damals mittwochs und sonntags geöffnet.

Als die Ordensschwester, Franzinis Termühlen vom Orden "Unserer lieben Frau" 1976 nach Allagen kam, bat Pfarrer Großekathöfer sie, sich um die Bücherei zu kümmern. Daraufhin absolvierte sie eine Weiterbildung zur kirchlichen Büchereiassistentin über den Borromäusverein Bonn. In den Sommerferien 1977 organisierte sie Jugendliche aus der Volksschule Allagen, in der sie unterrichtete, und machte sich an die Arbeit, die Bücherei im neu erbauten Pfarrheim, zunächst im Kellergeschoss später im Dachgeschoss, einzurichten. Die alten Medien aus der Vikarie wurden gesichtet und gut erhaltene übernommen. Die alten dunklen Regale passten allerdings von ihren Ausmaßen nicht ins Pfarrheim und wurden entsorgt. Die Büchereifachstelle in Paderborn stellte neues Mobiliar zur Verfügung und finanzierte die Anschaffung neuer Medien. Unvergessen bleibt die Geschichte des ersten Teams, das nach getaner Arbeit, im Kreis auf dem Fußboden gesessen und mit nur einem Löffel einen großen Becher Eis vertilgt hat.

 

Die ersten Mitarbeiter 1977: Am Schreibtisch: Sr. M. Franzinis Termühlen, Andrea Schulte; 1. Reihe von links: Ulla Marrenbach, Monika Störmann, Martina Kutscher, Helma Kutscher, Christof Hösler, Silvia Wagner, Sabine Münstermann und Dietmar Schulte; Es fehlen: Ingrid Müller, geb. Münstermann und Josef Münstermann. Das Foto entstand bei einem Ehemaligentreffen auf Einladung des aktuellen Büchereiteams am 23.09.2012, bevor Schwester Franzinis im November 2012 die Gemeinde nach Coesfeld verließ. (Foto Eva Simon)

Gemeinsam mit vielen jugendlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern formte Sr. Franzinis die Bücherei zu einer modernen und aktiven Einrichtung. Zahlreiche Veranstaltungen für Kinder, in denen sie ihnen das Medium Buch näher brachte oder die großen Herbst- und Weihnachtsbuchausstellungen seien hier nur exemplarisch erwähnt. 2004 und 2005 wurden sämtliche Medien per EDV erfasst - was eine sehr zeitintensive Arbeit war - und werden seitdem PC-gestützt ausgeliehen. In den Jahren darauf engagierten sich erste Erwachsene im Mitarbeiterteam. Im November 2012 verließ Schwester Franzinis nach 35 Jahren Bücherei- und zahlreichen anderen Tätigkeiten unsere Gemeinde und kehrte in ihr Mutterhaus nach Coesfeld zurück. An dieser Stelle danken wir ihr nochmals sehr herzlich für ihren Einsatz. Eva-Maria Simon übernahm, nachdem sie zuvor 2011/12 eine Weiterbildung zur Kirchlichen Büchereiassistentin beim Borromäusverein in Bonn absolvierte, die ehrenamtliche Leitung. Sie wird unterstützt von einem großen Team ehrenamtlich engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 

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